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15. Jahrgang (2012) - Ausgabe 5 (Mai) - ISSN 1619-2389
Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Krisennavigator
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.

und der Partnerunternehmen:

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Krisennavigator storniert Vortrag
beim "Europäischen Krisenkongress"

Bundesminister Dr. Bartenstein und
Vizekanzler Gorbach um Stellungnahmen gebeten

von Dipl.-Kfm. Frank Roselieb

Pressemitteilung Nr. 1 / 04
(Montag, 16. Februar 2004)

Wien/Kiel (pts) - Als "reichlich merkwürdig" stuft das Krisennavigator - Institut für Krisenforschung in Kiel (Deutschland) die Entwicklung um den angeblich "1. Europäischen Kongress für Krise & Management" ein, der am 3. und 4. März 2004 in Wien stattfinden soll. "Sowohl die Umstände der Referentenakquise als auch die Art der Bewerbung des Kongresses, werfen kein gutes Licht auf die Veranstaltung", sagt Institutsleiter Frank Roselieb (34), gleichzeitig Herausgeber des Brancheninformationsdienstes www.krisennavigator.at/.ch/.de. Das "Spin-Off" der Kieler Universität hat daher heute seine Teilnahme an der Veranstaltung ersatzlos storniert. Gleichzeitig wurden Bundesminister. Dr. Martin Bartenstein und Vizekanzler Hubert Gorbach, die zuvor Ehrenschutz für die Veranstaltung übernommen hatten, um Stellungnahmen gebeten.

Hintergrundinformationen

"Wir ziehen damit einen Schlusstrich unter eine wenig vertrauenserweckende Entwicklung der vergangenen Monate", erläutert Krisenforscher Frank Roselieb diesen Schritt. Das Kieler Forschungsinstitut war im Frühjahr 2003 von einem Mitarbeiter der Liechtensteiner PR-Agentur "bettertogether Company Limited" kontaktiert worden und um Teilnahme an einem Kongress zu krisennahen Themen in Wien geben worden. Das Institut sagte seine prinzipielle Bereitschaft zu und empfahl außerdem weitere Referenten aus anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Mehrere Male wurde der Kongress dann verschoben. Das Institut schöpfte zunächst keinen Verdacht.

Kurz vor Weihnachten 2003 flatterte den Kieler Krisenforschern via E-Mail und im Januar 2004 auch per Briefpost ein fertig gedruckter Werbeprospekt ins Haus. Ohne vorherige Rücksprache über den völlig neuen Rahmen der Veranstaltung und ohne vorherige Freigabe des Vortragsthemas sollte der Institutsleiter nun einen Vortrag auf dem angeblich "1. Europäischen Kongress für Krise & Management" in Wien bei einer bis dato völlig unbekannten "Europäischen Akademie für Krise & Management" halten.

Branchenrecherchen ergaben schnell, dass hier mit reichlich zweifelhaften Etiketten geworben wurde. Weder handelt es sich bei der Veranstaltung um den ersten europäischen Kongress zu Themen des Krisenmanagements in Wien. Noch entspricht es branchenüblichen Gepflogenheiten, wenn eine PR-Agentur verdeckte Referentenakquise und rücksprachelose Referenteneinplanung für eine ungenannte und bis dato völlig unbekannte "Europäische Akademie für Krise & Management" betreibt.

Wenig nachvollziehbar ist auch die weitere Entwicklung der Veranstaltung. Obwohl das Krisennavigator - Institut für Krisenforschung die Liechtensteiner PR-Agentur mehrfach auf ihre wenig sachgerechte und in Teilen irreführende Werbung und PR-Arbeit hingewiesen hat, war keine Besserung in Sicht - im Gegenteil. Der in Branchenkreisen sehr bekannte Name des Kieler Instituts wurde nun auch noch - völlig ungefragt - in einer Pressemitteilung der Agentur verwendet, die offenkundig auch zur Bewerbung einer ganz anderen, zeitlich vorgelagerten Krisenveranstaltung diente, an der das Institut überhaupt nicht beteiligt war. Mehr noch: Von der Aussendung der Pressemitteilung erfuhren die Kieler Krisenforscher keineswegs von der Liechtensteiner PR-Agentur. Vielmehr wandten sich irritierte Dritte an das Kieler Institut, die sich über die "reichlich kreativen Wortneuschöpfungen" der Liechtensteiner PR-Agentur gegenüber dem bekannten Kieler Krisenforscher wunderten.

Wiederum hat das Krisennavigator - Institut für Krisenforschung in Kiel die Liechtensteiner PR-Agentur "bettertogether Company Limited" um Stellungnahme gebeten. Die Antwort aus dem Fürstentum folgte prompt: Dem Institut wurde via E-Mail mitgeteilt, dass "Pauschalkritik unter der Gürtellinie" und "Nestbeschmutzung" nicht geschätzt würden und man im Prinzip den Referenten aus Deutschland auch "gerne von der Last der Reise nach Wien entbinde". Fast zeitgleich teilte die Liechtensteiner PR-Agentur dem Kieler Referenten dann auch noch mit, dass dieser den bereits per E-Mail übermittelten Linienflug nach Wien kurzerhand doch nicht antreten, sondern gefälligst aus einem anderen Bundesland anreisen sollte - aus Kostengründen wie es kurz und knapp aus dem Fürstentum hieß.

Unter Würdigung der Gesamtumstände hat das Krisennavigator - Institut für Krisenforschung seine Teilnahme am angeblich "1. Europäischen Kongress für Krise & Management" nunmehr storniert. "Wir entschuldigen uns bei den Kooperationspartnern unseres Instituts, den Nutzern unserer Informationsdienste www.krisennavigator.at/.ch/.de sowie allen Teilnehmern und Referenten der Veranstaltung, die durch Werbung Dritter mit unserem guten Namen auf diese Veranstaltung aufmerksam wurden", sagt Frank Roselieb. Zukünftig wird das Institut noch genauer prüfen, wer die dahinterstehenden Organisationen sind, bevor Veranstaltungen in den Informationsdiensten des Instituts beworben oder Vorträge von Mitarbeitern zugesagt werden.

Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. Frank Roselieb
Krisennavigator
Institut für Krisenforschung
Schauenburgerstraße 116
D-24118 Kiel
Telefon: +49 (0)431 5606 480
Telefax: +49 (0)431 5606 481
Internet: www.krisennavigator.de
E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
7. Jahrgang (2004), Ausgabe 2 (Februar)


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Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Frank Roselieb 1998-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de

 
   

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